Ich hoffe das war nicht zu kompliziert. Heute wissen wir, dass es stoffgebundene und stoffungebundene Süchte gibt. Die stoffgebundenen kennst du. Sie sind einfach zu erklären: Sie hängen immer damit zusammen, dass du etwas einnimmst wie z.B Alkohol, Zigaretten, Tabletten usw.

Logisch ist dann, dass stoffungebundene Süchte nichts mit dem Konsum von Drogen, Alkohol o.ä. zu tun haben. Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da, wie du siehst, Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens, wenn sie übertrieben wird, zur Sucht werden (z.B. Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht, unkontrolliertes Verlangen nach sexueller Befriedigung und und und …).

Die WHO hat sich deshalb auch von dem Begriff „Sucht“ getrennt. Er wurde durch „Missbrauch“ und „Abhängigkeit“ ersetzt. In der Fachwelt wird der Begriff „Sucht“ daher nicht mehr verwandt, in unserem Alltag erfreut er sich aber weiterhin großer Beliebtheit. Wie du siehst, benutzen wir ihn auch noch 🙂

Es bleibt noch eine Frage. Was ist Co-Abhängigkeit?

Diese begegnet uns immer dann wenn wir mit Abhängigen zu tun haben. Dies ist häufiger als wir uns oft eingestehen möchten.

Neben der abhängigen Person gibt es noch weitere Personen, die in diese Abhängigkeit verwickelt sind. Zum Beispiel wollen Angehörige helfen und haben oft Schuldgefühle und tun alles für den Abhängigen, um z. B. den „Schein zu wahren“. Im wahrsten Sinn des Wortes sind sie Abhängige von dem Abhängigen.

Sie entschuldigen das Verhalten des Abhängigen oder bezahlen seine Rechnungen usw.. In der Regel unterstützen sie dadurch eher den Abhängigen mit der Sucht zu leben, als von ihr loszukommen. Meist braucht der Co-Abhängige dann selbst Hilfe um sich aus diesem Teufelskreis lösen zu können.